Neuer Erfolg in der Darmkrebsvorsorge:
Heilung ohne Skalpell durch Vollwandresektion
Ein komplizierter Befund im Darm bedeutete früher oft eine große Operation. Wir zeigen an einem aktuellen Fall, wie wir durch modernste Technik (cFTRD) ein verbliebenes Karzinom-Risiko ambulant, sicher und ohne Schnitt lösen konnten – und warum diese Spitzenmedizin aktuell noch eine Hürde bei den Krankenkassen hat.
Die Herausforderung: Wenn Reste bleiben
Kürzlich behandelten wir einen Patienten, bei dem zuvor ein großer Darmpolyp in mehreren Teilen entfernt worden war (sogenannte Piece-Meal-Technik). Die feingewebliche Untersuchung ergab jedoch einen kritischen Befund: ein hochgradig dysplastisches Adenom – eine direkte Vorstufe zum Krebs (Carcinoma in situ).
Das Problem bei der Abtragung in mehreren Teilen ist das Risiko, dass mikroskopisch kleine Reste verbleiben, aus denen sich erneut ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Um absolute Sicherheit und Heilung zu garantieren, mussten wir die betroffene Stelle der Darmwand „am Stück“ und in ihrer gesamten Tiefe entfernen.
Die Lösung: Das cFTRD-System
Früher hätte dies eine Bauchoperation unter Vollnarkose mit mehrtägigem Krankenhausaufenthalt bedeutet. Dank des modernen cFTRD-Systems konnten wir den Eingriff jedoch rein endoskopisch – also im Rahmen einer Darmspiegelung – durchführen.
So funktioniert es:
Über das Endoskop wird eine spezielle Metallklammer (Clip) an der betroffenen Stelle platziert.
Das Gewebe wird sicher gefasst und kontrolliert entfernt, während der Clip die Stelle sofort luft- und wasserdicht verschließt. Es entsteht keine offene Wunde im Bauchraum.
Das Ergebnis:
Vollständige Heilung
Der Eingriff verlief technisch vollkommen komplikationslos. Unser Patient blieb während und nach der Behandlung beschwerdefrei und konnte die Praxis nach einer kurzen Überwachungsphase wieder verlassen.
Das Wichtigste:
Die anschließende Laboruntersuchung bestätigte, dass kein Restgewebe des Adenoms mehr nachweisbar ist. Der Patient gilt damit als geheilt.
Ein Wermutstropfen bei der Vergütung
Trotz des medizinischen Erfolgs und der enormen Vorteile für den Patienten – keine Operation, keine Narben, schnelle Erholung – gibt es eine bürokratische Hürde:
Wichtiger Hinweis: Dieser innovative Eingriff wird aktuell leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen im ambulanten Bereich vergütet. Momentan können wir diese Leistung daher nur für Privatversicherte oder als Selbstzahlerleistung anbieten.
Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass solche modernen und patientenschonenden Verfahren in Zukunft allen Patienten unkompliziert zugänglich gemacht werden.