Wenn Sodbrennen trotz Tabletten bleibt

Dr. Brunk als Referent bei den „Bauchraum Dialogen Westend“

Berlin, August 2026.  Am 26. August war Dr. med. Thomas Brunk als Referent bei den „Bauchraum Dialogen Westend“ in der Dachlounge des RBB zu Gast — einer Fortbildungsveranstaltung, bei der führende Berliner Expertinnen und Experten für Magen-Darm-Erkrankungen den aktuellen Stand der Refluxbehandlung diskutierten. Sein Thema: Was tun, wenn Sodbrennen trotz Säureblocker-Tabletten nicht verschwindet?

Ein häufiges Problem — und oft lösbar

Sodbrennen kennt fast jeder. Meist helfen sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) — Medikamente, die die Säureproduktion im Magen drosseln — schnell und zuverlässig. Doch bei etwa jedem dritten Betroffenen bleiben die Beschwerden trotz Tabletten bestehen oder kehren immer wieder zurück. Viele Patientinnen und Patienten resignieren dann oder nehmen über Jahre Medikamente ein, die ihnen gar nicht richtig helfen.
Die gute Nachricht: Dahinter steckt fast immer ein Grund, den man finden kann. Und wer den Grund kennt, kann gezielt behandeln.

Nicht jeder Reflux ist sauer

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre klingt überraschend: Unter laufender Tabletten-Therapie ist der größte Teil des zurückfließenden Mageninhalts gar nicht mehr sauer — er verursacht aber trotzdem Beschwerden wie Aufstoßen, Druckgefühl oder Husten. In diesem Fall bringt es nichts, die Säureblocker immer weiter zu erhöhen. Stattdessen braucht es andere Ansätze: vom Aufbau einer Schutzbarriere über Anpassungen im Alltag bis hin — in ausgewählten Fällen — zu einem kleinen Eingriff.
Ob die Säure wirklich das Problem ist, lässt sich messen: Mit einer Säure- und Refluxmessung (pH-Metrie mit Impedanz) können wir über 24 Stunden genau erfassen, was in der Speiseröhre passiert — und die Behandlung danach ausrichten, statt zu raten.
Querschnitt eines Magens mit Medikamenten in der Magensäure

Was Sie selbst tun können

Vier Bausteine tragen jede erfolgreiche Refluxbehandlung
Symbol für ernährungsbasierte Reflux-Therapie – stilisierte Karotte, Apfel und Milchpackung

1. Ernährung

Nicht pauschal verzichten, sondern die eigenen Auslöser finden — ein Beschwerde-Tagebuch hilft dabei. Die letzte größere Mahlzeit sollte mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen liegen. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.

Symbolbild für Stress – stilisierte Person mit Stresszeichen über dem Kopf

2. Alltag und Schlaf

Ein wenig bekannter, aber wirksamer Tipp: das gesamte Kopfende des Bettes um etwa zehn Grad anheben — nicht nur das Kopfkissen. Auch Stressabbau, lockere Kleidung und die Schlafposition auf der linken Seite können nächtliche Beschwerden spürbar lindern.

Symbol für Medikamente – zwei stilisierte Kapseln als Icon

Medikamente richtig einnehmen

Säureblocker wirken am besten, wenn sie etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden — ein Detail, das überraschend oft über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Ob eine Anpassung von Präparat oder Einnahme sinnvoll ist, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Symbol eines Magens mit endoskopischem Eingriff zur Darstellung der gastroenterologischen Vorsorge und Diagnostik

4. Abklärung

Wenn die Beschwerden trotz Therapie bleiben, gehört eine Magenspiegelung dazu — um die Speiseröhre zu beurteilen und andere Ursachen sicher auszuschließen.

Unser Angebot für Sie

Die Refluxdiagnostik ist ein Schwerpunkt unserer Spezialpraxis am Wittenbergplatz. Wenn Ihr Sodbrennen trotz Behandlung bleibt, Sie unklare Hals- oder Hustenbeschwerden haben oder einfach wissen möchten, woran Sie sind: Sprechen Sie uns an. Gemeinsam finden wir heraus, was hinter Ihren Beschwerden steckt — und welcher Weg für Sie der richtige ist.